Ein irrer Autokrat inszeniert sich als Zar,
agiert als Kriegstreiber und Tyrann..
Getrieben vom Grössenwahn
schürt er das Chaos.
Er hetzt, verhöhnt und droht;
er plündert, zerstört, entehrt und mordet.
Als Herrscher über Erde und Himmel,
über Sein und Nichtsein,
bedroht er die Menschheit
mit dem apokalyptischen Weltenbrand.
Und wir?
Wir sind entsetzt, sprachlos,
empfinden unserer Ohnmacht
angesichts des verbrecherischen Wahns
und des unermesslichen Leids.
Verzweifelt ringen wir um Hoffnung,
und angstvoll beten wir
um den Sieg des Lebens über den Tod,
um eine friedvolle Zukunft
auf dem blauen Planeten Gottes.
Stets beginnt es harmlos
mit vollmundigen Versprechen,
bewusster Verschleierung
und gezielt gestreuten Lügen;
Feindbilder werden verbreitet
und Gesinnungsterror wird zur Staatsraison;
schliesslich wird das Recht ausser Kraft gesetzt.
Andersdenkende werden diskreditiert und bedroht;
die Menschen werden entmündigt
und ihrer Würde beraubt:
es gilt das Recht des Stärkeren.
Letztendlich sichern Gewalt, Zerstörung und Totschlag
die Macht der verbrecherischen Despoten.
Es endet im Chaos.
Und dies alles,
wird unaufhörlich versichert,
geschehe zum Wohle des Volkes.
Ein Autokrat
hudldigt dem Grössenwahn
Ein Hassprediger
rasselt mit Säbeln
Ein Diktator
spielt mit dem Feuer
Ein Irrer
bläst zum Totentanz
Die Friedenstaube
stürzt vom Himmel
Und wir, entsetzt,
erstarren in Angst
und verlieren unsere Sprache.
Aufgeschichtet
zum Totenhügel
die verwesenden Gebeine
der in sinnloser Schlacht
gefallenen Krieger.
Darauf aufgerichtet
ein pompöses Monument
zu Ehren des grossen Feldherrn,
der befohlen hatte
den Tod der ungezählt Namenlosen.
Das ewige Eis schmilzt.
Quellen versiegen.
Felder vertrocknen.
Wälder brennen.
Stürme toben.
Die Gier knechtet die Welt.
Spekulanten pokern um Gewinne und Macht.
Das Kapital versklavt Menschen.
Die Konsumsucht zerstört die Erde,
Die Wirtschaft wächst uns zu Tode.
Der Grössenwahn inszeniert sich.
Demagogen hetzen.
Armeen rüsten auf.
Das Chaos bricht aus.
Die Schöpfung siecht dahin.
Der Glaube darbt.
Die Hoffnung verzweifelt.
Die Liebe weint.
Keine Todsünde
schafft mehr Verderben und Tod
als menschliche Gier
Wer raubt, schafft Unrecht.
Wer teilt, schafft Gerechtigkeit.
Wer schenkt, schafft Zukunft.
Die Geschwindigkeit
ist die hektische Schwester
der Vergesslichkeit.
Manch ein Gernegross
stiftet als Wirrologe
Verwirrung und Angst.
Die Politbühne
spielt das stete Theater
der leeren Phrasen.
Unser aller Fleiss
lässt ewiges Eis schmelzen
und Küsten fluten.
Ohne Fleiss kein Preis.
Unser aller Fleiss zerstört
Geschöpf und Schöpfung.
Wie ein Krebsgeschwür
zerfressen Profit und Gier
Schöpfung und Geschöpf.
Stets gut informiert,
lassen wir uns belügen.
Wann wachen wir auf?
Werkzeuge der Macht:
Verschleierung, Feindbilder
und dreiste Lügen.
Gier tötet Leben.
Voll sind Häuser und Schränke;
leer sind die Herzen.
Schuf die Aufklärung
statt des mündigen Menschen
ein goldenes Kalb?
Fehlen Persönlichkeiten,
macht sich Personenkult breit,
dürfen Zwerge gross scheinen.
Der globale Mensch
ist überall zu Hause.
Nur nicht bei sich selbst.
Besitz entfremdet.
Unser Reichtum schafft Armut.
Liebe macht uns reich.
Der Demagoge
beruft sich auf jenes Volk,
das er ausbeutet.
Zielorientiert
heisst das Unwort der Streber,
die umher irren.
Non vitae sed scholae discimus Seneca
Non scholae sed vitae discimus die Bildungsbürger
Weder für die Schule
lernen wir
noch fürs Leben
lernen wir
Für die Wirtschaft
lernen wir
deren Diktat
wir uns unterwerfen
Zu werden
untertänigste Diener
und entmündigte Sklaven
des Kapitals
Ehrend das goldene Kalb
heiligend die Gier
opfernd die Schöpfung
verschachernd die Zukunft
Non vitae sed scholae discimus Seneca
Non scholae sed vitae discimus die Bildungsbürger
Weder für die Schule
lernen wir
noch fürs Leben
lernen wir
Für die Wirtschaft
lernen wir
deren Diktat
wir uns unterwerfen
Zu werden
untertänigste Diener
und entmündigte Sklaven
des Kapitals
Ehrend das goldene Kalb
heiligend die Gier
opfernd die Schöpfung
verschachernd die Zukunft
Globalisierig.
We alli immer meh wei,
längt's nümm für alli.
Viel Besserwüsser
stifte als Wirrologe
Verwirrig und Angscht
Das Klima, das wird wärmer.
Die Armen werden ärmer.
Die Reichen werden reicher.
Die Männer werden weicher,
die Frauen selbstbewusster;
die Zukunft zappenduster.
Die Regenwälder schrumpfen,
und Süchtige versumpfen.
Die Flüchtlinge versaufen.
Die smarten Sportler laufen.
Es morden Diktatoren.
Es lecken Reaktoren.
Die Erde siecht, wird öde.
Der Mensch benimmt sich blöde.
Allein das schnöde Geld
lenkt unsre kranke Welt.
Dies allseits grosse Scheitern
will täglich uns erheitern.
Der freie Markt
mehrt den Reichtum
der Besitzenden
Der freie Markt
fördert das Elend
der Armen
Der freie Markt
versklavt die Gesellschaft
und entwürdigt die Menschen
Der freie Markt
ist ein Hirngespinst der Gier
und ein Lügengebilde der Reichen
Der freie Markt
schafft Unfrieden
und Zerstörung
Der freie Markt
zerstört
Geschöpf und Schöpfung
erschöpft
die Schöpfung
leer geschöpft
durch die Wertschöpfung
geschröpft
von ihren erschöpften
Geschöpfen
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