In finsterer Zeit

Ein irrer Autokrat inszeniert sich als Zar,

agiert als Kriegstreiber und Tyrann..

Getrieben vom Grössenwahn

schürt er das Chaos.

Er hetzt, verhöhnt und droht;

er plündert, zerstört, entehrt und mordet.

Als Herrscher über Erde und Himmel,

über Sein und Nichtsein,

bedroht er die Menschheit

mit dem apokalyptischen Weltenbrand.

Und wir?

Wir sind entsetzt, sprachlos,

empfinden unserer Ohnmacht

angesichts des verbrecherischen Wahns

und des unermesslichen Leids.

Verzweifelt ringen wir um Hoffnung,

und angstvoll beten wir

um den Sieg des Lebens über den Tod,

um eine friedvolle Zukunft

auf dem blauen Planeten Gottes.

Nichts Neues unter der Sonne

Stets beginnt es harmlos

mit vollmundigen Versprechen,

bewusster Verschleierung

und gezielt gestreuten Lügen;

Feindbilder werden verbreitet

und Gesinnungsterror wird zur Staatsraison;

schliesslich wird das Recht ausser Kraft gesetzt.

Andersdenkende werden diskreditiert und bedroht;

die Menschen werden entmündigt

und ihrer Würde beraubt:

es gilt das Recht des Stärkeren.

Letztendlich sichern Gewalt, Zerstörung und Totschlag

die Macht der verbrecherischen Despoten.

Es endet im Chaos.

Und dies alles,

wird unaufhörlich versichert,

geschehe zum Wohle des Volkes.

24. Februar 2022

Ein Autokrat

hudldigt dem Grössenwahn


Ein Hassprediger

rasselt mit Säbeln


Ein Diktator

spielt mit dem Feuer


Ein Irrer

bläst zum Totentanz


Die Friedenstaube

stürzt vom Himmel


Und wir, entsetzt,

erstarren in Angst

und verlieren unsere Sprache.


Ehrenmal

Aufgeschichtet

zum Totenhügel

die verwesenden Gebeine

der in sinnloser Schlacht

gefallenen Krieger.


Darauf aufgerichtet

ein pompöses Monument

zu Ehren des grossen Feldherrn,

der befohlen hatte

den Tod der ungezählt Namenlosen.

Endzeit?

Das ewige Eis schmilzt.

Quellen versiegen.

Felder vertrocknen.

Wälder brennen.

Stürme toben.


Die Gier knechtet die Welt.

Spekulanten pokern um Gewinne und Macht.

Das Kapital versklavt Menschen.

Die Konsumsucht zerstört die Erde,

Die Wirtschaft wächst uns zu Tode.


Der Grössenwahn inszeniert sich.

Demagogen hetzen.

Armeen rüsten auf.

Das Chaos bricht aus.

Die Schöpfung siecht dahin.


Der Glaube darbt.

Die Hoffnung verzweifelt.

Die Liebe weint.

Keine Todsünde

schafft mehr Verderben und Tod

als menschliche Gier

Wer raubt, schafft Unrecht.

Wer teilt, schafft Gerechtigkeit.

Wer schenkt, schafft Zukunft.

Die Geschwindigkeit

ist die hektische Schwester

der Vergesslichkeit.

Manch ein Gernegross

stiftet als Wirrologe

Verwirrung und Angst.

Die Politbühne

spielt das stete Theater

der leeren Phrasen.

Unser aller Fleiss

lässt ewiges Eis schmelzen

und Küsten fluten.

Ohne Fleiss kein Preis.

Unser aller Fleiss zerstört

Geschöpf und Schöpfung.

Wie ein Krebsgeschwür

zerfressen Profit und Gier

Schöpfung und Geschöpf.

Stets gut informiert,

lassen wir uns belügen.

Wann wachen wir auf?

Werkzeuge der Macht:

Verschleierung, Feindbilder

und dreiste Lügen.

Gier tötet Leben.

Voll sind Häuser und Schränke;

leer sind die Herzen.

Schuf die Aufklärung

statt des mündigen Menschen

ein goldenes Kalb?

Fehlen Persönlichkeiten,

macht sich Personenkult breit,

dürfen Zwerge gross scheinen.

Der globale Mensch

ist überall zu Hause.

Nur nicht bei sich selbst.

Besitz entfremdet.

Unser Reichtum schafft Armut.

Liebe macht uns reich.

Der Demagoge

beruft sich auf jenes Volk,

das er ausbeutet.

Zielorientiert

heisst das Unwort der Streber,

die umher irren.

Weder noch

Non vitae sed scholae discimus  Seneca

Non scholae sed vitae discimus  die Bildungsbürger

Weder für die Schule

lernen wir

noch fürs Leben

lernen wir

Für die Wirtschaft

lernen wir

deren Diktat

wir uns unterwerfen

Zu werden

untertänigste Diener

und entmündigte Sklaven

des Kapitals

Ehrend das goldene Kalb

heiligend die Gier

opfernd die Schöpfung

verschachernd die Zukunft

Ehrenmal

Non vitae sed scholae discimus  Seneca

Non scholae sed vitae discimus  die Bildungsbürger

Weder für die Schule

lernen wir

noch fürs Leben

lernen wir

Für die Wirtschaft

lernen wir

deren Diktat

wir uns unterwerfen

Zu werden

untertänigste Diener

und entmündigte Sklaven

des Kapitals

Ehrend das goldene Kalb

heiligend die Gier

opfernd die Schöpfung

verschachernd die Zukunft

Globalisierig.

We alli immer meh wei,

längt's nümm für alli.

Viel Besserwüsser

stifte als Wirrologe

Verwirrig und Angscht

Tele News

Das Klima, das wird wärmer.

Die Armen werden ärmer.

Die Reichen werden reicher.

Die Männer werden weicher,

die Frauen selbstbewusster;

die Zukunft zappenduster.

Die Regenwälder schrumpfen,

und Süchtige versumpfen.

Die Flüchtlinge versaufen.

Die smarten Sportler laufen.

Es morden Diktatoren.

Es lecken Reaktoren.

Die Erde siecht, wird öde.

Der Mensch benimmt sich blöde.

Allein das schnöde Geld

lenkt unsre kranke Welt.

Dies allseits grosse Scheitern

will täglich uns erheitern.

Neoliberalismus

Der freie Markt

mehrt den Reichtum

der Besitzenden

Der freie Markt

fördert das Elend

der Armen

Der freie Markt

versklavt die Gesellschaft

und entwürdigt die Menschen

Der freie Markt

ist ein Hirngespinst der Gier

und ein Lügengebilde der Reichen

Der freie Markt

schafft Unfrieden

und Zerstörung

Der freie Markt

zerstört

Geschöpf und Schöpfung

Erschöpfung

erschöpft

die Schöpfung

leer geschöpft

durch die Wertschöpfung

geschröpft

von ihren erschöpften

Geschöpfen

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